Teil 3: Christopher Reitz – 10 Jahre im Familienunternehmen

Lesezeit: ca.: 6 Minuten

 

Teil 3: Menschen, die mich geprägt haben 

Wenn ich auf die letzten zehn Jahre zurückblicke, denke ich nicht zuerst an Projekte, Maschinen oder Zahlen. Ich denke an die Menschen, die diesen Weg mit mir gegangen sind. Ohne sie wäre unser Familienunternehmen nicht das, was es heute ist – und ich nicht der, der ich bin. Zeit, einmal „Danke“ zu sagen.

Christopher und Egbert Reitz-1

Zwei Generationen, eine gemeinsame Verantwortung: Christopher Reitz mit seinem Vater Egbert Reitz in der Produktion bei REITZ

Nach allem, was sich in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, wird mir eines besonders bewusst: In einem Familienunternehmen verschwimmen die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben. Bei uns war das nie anders – und genau darin sehe ich eine besondere Stärke. 


Die Familie als Rückhalt

Allen voran danke ich meiner Frau Jannike. Sie ist für mich Rückhalt, Verlässlichkeit und gleichzeitig eine wichtige Stimme im Unternehmen. Der ständige Austausch mit ihr gibt mir viel. Sie bringt mir oft eine andere Sichtweise und neue Perspektiven näher, die mir sehr helfen. Als Leiterin der Personalabteilung prägt sie unsere Kultur jeden Tag mit Empathie, Klarheit und einem feinen Gespür für Menschen. Wir wachsen gemeinsam – als Familie und im Unternehmen. Im Sommer wurde unser zweiter Sohn geboren. Wir sind unglaublich glücklich und gespannt, was die Zukunft für uns bereithält.

Mein Vater hat mich von Anfang an zu Kundenterminen, in Entscheidungen und in die Verantwortung mitgenommen. Er hat mir früh vertraut und mich gleichzeitig gefordert. Von ihm habe ich nicht nur das fachliche Know-how gelernt, sondern vor allem, was es heißt, Unternehmer zu sein: Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und dabei immer den Blick fürs Ganze zu behalten. Ich habe übernommen, dass „das Glas immer halb voll“ ist und jedes Problem lösbar, wenn man es aktiv anpackt. Der zweite Satz, der mich besonders geprägt hat, ist: „Alle sagen, es geht nicht – bis einer kommt und es einfach macht.“ So war er schon immer. Seine positive Denkweise und sein Einfallsreichtum haben REITZ Natursteintechnik erfolgreich gemacht.

Meine Mutter Heike hat im Hintergrund Vieles möglich gemacht. Sie hat mir Werte mitgegeben, die mich bis heute begleiten, und für den familiären Rückhalt gesorgt, der oft selbstverständlich wirkt. Gemeinsam mit meiner Schwester Franziska und meinen Großeltern habe ich eine Kindheit erlebt, die mir ein klares Fundament gegeben hat.

 

Mentoren auf meinem Weg

Im Unternehmen gibt es viele Menschen, die mich schon lange begleiten. Erik Steinbacher ist für mich nicht nur Kollege und Teil der Geschäftsleitung, sondern auch väterlicher Freund, mit dem ich mich über alles austauschen kann. Während mein Vater die technische Seite vorantreibt, bringt Erik die kaufmännische Seite und seine Erfahrung aus Konzernen und Mittelstand ein. Von ihm konnte ich viel lernen in den Bereichen Controlling, Einkauf, Prozesse und Personal. Er hat immer eine Lösung parat, denkt klar und ist immer direkt ohne großes Hin und Her – das hat er mit meinem Vater gemeinsam. Die Kombination aus den beiden stärkt mich heute bei vielen unternehmerischen Entscheidungen.

Ein besonderer Dank gilt unseren langjährigen Kunden und Partnern – allen voran Thomas Kunz, seinen Söhnen Mark, Tim und Daniel und seinem Bruder Stephan von der Firma Schmoll. Die Zusammenarbeit und das Vertrauen bedeuten mir viel. Seit 1989 verbindet uns ein enges Verhältnis, weit mehr als eine reine Lieferanten-/Kundenbeziehung. Es ist eine echte Partnerschaft mit offenen Gesprächen, ehrlichem Umgang und sogar gemeinsamen Urlauben mit den Familien. So wie Schmoll begleiten uns viele unserer Partner seit über 30 Jahren. Vertrauen wächst über Zeit – und muss immer wieder neu bestätigt werden. Eine schönere Herausforderung kann es für mich nicht geben.

Wichtige Impulse bekomme ich auch von Joachim Besier. Als Coach für Führung und Unternehmenskultur begleitet er uns und spricht von außen Dinge an, die intern manchmal untergehen. Auch beim intensiven Austausch mit den Wirtschaftsjunioren durfte ich viel über Führung und Unternehmensnachfolge lernen.

 

Der Wertekompass der Familie als Leitplanken

Respekt, Wertschätzung und Integration sind für uns seit jeher die Grundpfeiler eines ehrlichen Umgangs miteinander. Ich bin mit dem Leitsatz aufgewachsen, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Dieser Gedanke prägt mein Führungsverständnis bis heute.

Um unserem technologischen Anspruch gerecht zu werden, sind wir auf Spezialisten angewiesen, die mit Begeisterung und Know-how ihren Teil zu unserem Wachstum beitragen. Die Integration ins Unternehmen bedeutet für uns mehr als Einarbeitung. Wir begleiten Menschen bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen oder Sprachkursen. Wir investieren bewusst in Aus- und Weiterbildung – und in Zeit, sich zu entwickeln. Diese Haltung hat dazu geführt, dass viele Kolleginnen und Kollegen uns über viele Jahre treu bleiben.


Freunde mit Verständnis

Mit Christoph Krombach von CK Modelcars ist es ähnlich – und doch anders. Wir sind Freunde, beide Jungunternehmer: er Gründer, ich Nachfolger. Unser Austausch treibt mich an. Nicht geschniegelt, nicht perfekt – sondern ehrliche Sparringspartner. In den letzten zehn Jahren sind aus vielen geschäftlichen Kontakten echte Freundschaften entstanden, zum Beispiel gehe ich mit Felix Kämpfer von STÖCKEL Werkzeugmaschinen seit Mitte der 2000er gemeinsame Wege.

Christopher Reitz und Felix

Gemeinsam engagiert für die Region: Christopher Reitz und Felix Kämpfer bei einer Veranstaltung der  Wirtschaftsjunioren Lahn-Dill.
   

Dankbar bin ich auch für die Kontakte zu den Kindern alter Weggefährten meines Vaters: Holger Gunne kenne ich seit Geburt, er ist der Sohn von Gert Gunne, des allerersten Mitarbeiters meines Vaters. Auch ich durfte noch zehn Monate mit Gert zusammenarbeiten, als ich ins Unternehmen kam. Swen Söhngens Vater hat mit meinem bei Leitz gelernt. Mit ihm gemeinsam sind wir bei Hexagon, unserem Kunden seit Tag 1, die ersten Schritte gegangen. Die schönen Stunden der gemeinsamen Silvesterurlaube seit den 90ern möchte ich nicht missen.

Mit Stolz kann ich sagen, dass mein engster Freundeskreis immer für mich da ist – auch wenn die Arbeit oft Vorrang hat. Dazu zählen meine Freunde aus Laufdorf, mit denen ich seit der Krabbelgruppe verbunden bin. Auch wenn wir heute über ganz Deutschland verteilt leben, halten wir immer Kontakt, treffen uns regelmäßig und fahren zusammen in den Urlaub. Es ist so toll zu sehen, wie gut sich auch unsere Partnerinnen und Kinder verstehen. Nur die jährliche Herrentour, die bleibt uns Jungs vorbehalten.

Ebenso bedeuten mir meine Freunde aus dem Faschingsverein oder aus meiner Zeit an der Technikerschule viel. Viele neue Freunde und alte Bekannte treffe ich gerade in Charlys Kindergarten wieder. Es ist schön, wenn alte Kontakte wieder zu Freunden werden.

Christopher Reitz und Swen Söhngen
Ein Wegbegleiter von Anfang an: Christopher Reitz und Swen Söhngen in jungen Jahren.

Gemeinsam erfolgreich

Bleiben die Menschen, mit denen ich jeden Tag arbeite: unsere Mitarbeitenden. Vertrieb, Auftragsverwaltung, Einkauf, Fertigung, Logistik – egal welches Rädchen im Gesamtgefüge: Ohne Euch gäbe es keine Produkte, keine Qualität und keine Entwicklung. So einfach ist das. Ich freue mich über jeden neuen Kollegen, der unser Unternehmen bereichert und mit uns wächst. Danke an unser Team.

Ich habe in den letzten zehn Jahren von vielen Menschen lernen dürfen. Dafür bin ich dankbar. Was ich mir für die Zukunft wünsche? Meinen Weg im Familienunternehmen weiterzugehen – mit Vertrauen in die Menschen an meiner Seite.

Auf die nächsten 10 Jahre!

Werde Teil des REITZ Teams!

Ulrike Herr

Geposted von Ulrike Herr am 01. September 2026

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